©  Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V. . Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V. (c) Heiko Nickel  In der Dorotheenrösche war der Wasserstand recht niedrig, da die Mitarbeiter der Harzwasserwerke am Vortag den Wasser-zulauf umgeleitet hatten. Ein Teil der Rösche in Eisenausbau. Schweres Gerät wird in der untertägigen Werkstatt ebenso gewartet, wie die umgebauten Pritschen-Transporter, mit denen die Besucher durch die Grube gefahren werden.  (c) Jens Walden Mit Temperaturen bis zu 34 Grad war es im ehemaligen Erzbergwerk und künftigen Endlager “Konrad” weitaus wärmer und trockener als im Harzer Altbergbau. Blick in eine Strecke.  (c) Lars van den Berg Während der Befahrung erfuhren wir interessante Details über die Geschichte der Gruben “Caroline” und “Dorothea” sowie das Oberharzer Wasserregal.  (c) Jens Walden Blick in den Wetterschacht von “Caroline”, durch den unsere Gruppe auf Fahrten wieder ausfuhr. Auf dem Foto ist am Schachtfuß unser Vereinsvorsitzender zu sehen ;o)  (c) Jens Walden
Exkursion in den Bergbau im Harz und in Salzgitter Ein Highlight des vergangenen Jahres war eine Vereinsexkursion in den Harz Anfang November. Der Hauptgrund für die Exkursion war eine Grubenfahrt im ehemaligen Erzbergwerk und künftigen Endlager „Konrad“ in Salzgitter. Da diese Befahrung bereits montagmorgens um 8.30 Uhr beginnen sollte, reisten die Teilnehmer bereits am Vortag an, um in Salzgitter zu übernachten. Aus diese Grund organisierten wir einen weiteren bergbaulichen Programmpunkt im knapp 40 km entfernten Clausthal-Zellerfeld im Harz. Erster Treffpunkt war dort die Grube „Dorothea“. Bei trist-grauem Regenwetter trafen sich dort 20 Teilnehmer (Mitglieder und Freunde unseres Vereins) früh morgen. Nachdem wir uns mit heißen Würstchen nach der langen Anreise etwas gestärkt und aufgewärmt hatten, warfen wir uns in unsere Grubenkleidung. Für die Kolleginnen und Kollegen, die keine eigene Ausrüstung mitgebracht hatten, brachten unsere beiden Gästeführer vom Oberharzer Bergbaumuseum bzw. den Harzwasserwerken die entsprechende Ausrüstung mit. Nach einer Einführung ins das Thema und die Geschichte der Bergwerke „Dorothea“ und „Caroline“, begannen wir den Weg zum Mundloch der „Dorotheen-Rösche“. Die Rösche war vor rund 300 Jahren angelegt worden, um Wasser zu den untertägigen Kehrrädern der Wasserkünste der Gruben zu leiten. Sie ist Teil eines rd. 500 km langen Netzes von übertägigen Gräben und untertägigen Stollen, von denen ein Großteil heute noch vorhanden und als Weltkulturerbe erhalten wird. Zwar sind die Gruben inzwischen stillgelegt und die Kehr- und Kunsträder nicht mehr in Betrieb, doch noch immer erfüllen die Anlagen des Oberharzer Wasserregals wichtige Aufgaben im Bereich der Entwässerung und der Trinkwasserwirtschaft. Bereits am Vortrag hatten die Mitarbeiter der Harzwasserwerke das der Rösche zufließende Wasser in andere Gräben umgeleitet, sodass der nach den heftigen Regenfällen der vorangegangenen Wochen hohe Wasserstand in der Rösche soweit abgesenkt werden konnte, dass eine Befahrung der Rösche mit Gummistiefeln möglich war. Die „Dorotheen-Rösche“ ist besonders interessant, weil hier unterschiedlichste Arten des Ausbaus zu sehen sind. Die Vielfalt reichte vom klassischen Türstock aus Holz über Eisenausbau bis hin zu Betonformsteine. Auch ein größeres Stück im festen Gestein ganz ohne Ausbau war vorhanden. Während der Befahrung erklärten die beiden Begleiter Wissenswertes über die Geschichte der Bergwerke, die Geologie und den Harzer Bergbau an sich. Die „Dorotheen-Rösche“ führte durch das Grubenfeld der Grube „Dorothea“ bis in das Grubenfeld der benachbarten Grube „Caroline“. Hier gelangte unsere Gruppe in den Wetterschacht Caroline, der ursprünglich eine Teufe von über 400 m hatte, nach der Stilllegung verfüllt und vor einigen Jahren in den oberen 20 m wieder ausgeräumt wurde. Auf Fahrten mit mehreren Zwischenbühnen gelangte unsere Gruppe nun wieder durch den Schacht zurück an die Tagesoberfläche. Im Anschluss an die Befahrung fuhren wir zum „Kaiser-Wilhelm-Schacht“, wo unsere beiden Begleiter die Schachthalle und das Fördermaschinenhaus mit der noch erhaltenen elektrischen Trommelfördermaschine für uns öffneten. Der „Kaiser-Wilhelm-Schacht II“ war nicht zuletzt durch das Wasserkraftwerk bekannt geworden. Hier leitete man Wasser in den Schacht, um mit dem herabfallenden Wasser ein Wasserkraftwerk zu betreiben, dass bin in die 1980er-Jahre in Betrieb war. Nach einem leckeren Abendessen genossen die Teilnehmer einen gemütlich Abend im Hotel. Morgen trafen wir uns dann in Salzgitter im Informationszentrum Konrad. In einer kleinen Ausstellung und einem Vortrag stellte man uns zunächst die Geschichte des Bergwerks „Konrad“ und die (ernergie)politische Notwendigkeit der Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle und dessen rechtliche Grundlagen vor. Im Anschluss daran fuhren wir schließlich für die eigentliche Grubenfahrt zur Schachtanlage „Konrad 1“. Auf der Schachtanlage erhielten wir zunächst eine Sicherheitsunterweisung und eine Vorstellung des Bergwerks und des künftigen Endlagers. Anschließend wurden wir eingekleidet und mit der entsprechenden Ausrüstung wie Helm, Geleucht und einem Selbstretter ausgestattet, bevor es zur Seilfahrt bis in 1000 m teufe ging. In der Grube wurde die Gruppe mit einem für die Personenbeförderung ausgestatteten Pritschenwagen zu den einzelnen Stationen der Grubenfahrt gefahren. Hierzu gehörte zunächst die untertägige Fahrzeugwerkstatt, in der sämtliche Fahrzeuge der Grube gewartet und repariert werden. Zu den weiteren Stationen gehörte auch eine Besucherstrecke, in der anhand von Schautafeln die Geologie und der Aufbau des ehemaligen Eisenerzbergwerks genauer dargestellt wurden. Über eine Wendelstrecke ging es danach weiter nach oben auf die 850m-Sohle, wo sowohl der Vortrieb der späteren Einlagerungsstrecken, als auch das Füllort von Schacht „Konrad 2“, über den später die Einlagerung erfolgt, sowie die Umladestrecke besichtigt. Die gesamte Grubenfahrt war für alle Teilnehmer sehr interessant, aber auch anstrengend, da die Temperaturen im wärmsten Betriebspunkt auf 36 Grad anstiegen. Nach einer Abschlussbesprechung mit einem Imbiss traten wir schließlich die Rückfahrt ins Ruhrgebiet an. Das Feedback der Gruppe war durchweg positiv, sodass bereits weitere Exkursionen in den Harz geplant wurden.
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